Biikebrennen 2016: Ganz Sylt ist Feuer und Flamme

T jen di Biiki ön – hundertfach, nein, tausendfach ertönt der Satz am 21. Februar. Überall sind euphorische, positiv aufgeregte Rufe und Schreie zu hören. Auf einmal schießen lodernde Flammen meterhoch in die Höhe, zerschneiden die eiskalte Luft, erhellen den schwarzen Abendhimmel und tauchen die Küsten Sylts in ein gleißendes rotes Licht. Die Feuerplätze sind voller Menschen, die gebannt auf das flammende Schauspiel starren…. Was ist da los? Was sind das für seltsame Feuer, die die Gemüter auf Sylt so sehr erhitzen und die Herzen der Zuschauer zum Glühen bringen? Hier erfahrt ihr mehr:

Biikebrennen Sylt 2016 - Menschenmenge starrt gebannt aufs BiikefeuerMit dem friesischen Ausruf „Tjen di Biiki ön“ („Macht die Biike an!“) werden Sylt und viele andere Orte in Nordfriesland schon seit Jahrhunderten immer am Vorabend des Petritages aus dem Winterschlaf geholt. Denn dieser Weckruf ist der Startschuss für das traditionelle Biikebrennen, das im Februar viele Gäste auf die Insel zieht und 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde. Und auch wir Insulaner sind deshalb schon ziemlich aufgeregt, weil das Biikebrennen eines der ganz großen Highlights auf unserer schönen Insel ist. Genau deshalb fiebern wir dem großen Tag schon lange entgegen. Jedes Jahr am 21. Februar versammeln wir Sylter Urgesteine uns mit unseren Gästen in der Mitte unserer Dörfer. Jeder bringt Fackeln mit, die gegen Einbruch der Dämmerung nach und nach aneinander angezündet werden. Mit den Fackeln ziehen wir dann alle gemeinsam zu den Biikeplätzen, um die eindrucksvollen Feuer zu entzünden, zu erleben und das Biikebrennen ausgelassen zu feiern. Jede Dorfgemeinschaft hat ihr eigenes Biikefeuer, das sie individuell mit einem bunten Rahmenprogramm aus Musik, Tanz und Schauspiel gestaltet. Das ist wirklich ein Wahnsinns-Spektakel, das ihr unbedingt mal erleben solltet. Für das Biikebrennen 2016 bieten wir euch sogar ein ganz besonderes Hotel-Arrangement an.

Wer hat die größte Biike im Land?

Melone, in die der Schriftzug "Bieke" geritzt wurdeBereits jetzt, Ende Januar, beginnen die Vorbereitungen für das traditionelle, friesische Fest: Überall auf der Insel werden Weihnachtsbäume, Äste, Holzreste und Strandgut, das aus aller Welt vom Meer an die Sylter Küste angespült wird, gesammelt und an den Feuerplätzen zu riesigen Holstößen – den so genannten Biiken – aufgetürmt. Auf der Spitze der Biiken thront entweder der „Pider“ – eine Strohpuppe, deren Abbrennen das Vertreiben des Winters symbolisiert – oder ein Holzfass, mit dessen Fall der Winter sinnbildlich beendet wird.

Viele nutzen die Gelegenheit, den Garten mal wieder so richtig auf Vordermann zu bringen. Büsche und Bäume werden gestutzt und Sträucher beschnitten, damit genug Brennmaterial vorhanden ist, um dem Biikefeuer ordentlich Zunder zu geben. Das Ziel ist, die Biike so hoch wie möglich aufzutürmen, um damit die Nachbargemeinde zu übertrumpfen.

Zwischen den Sylter Dörfern haben sich in den letzten Jahrzehnten spaßige Wettkämpfe dazu entwickelt, wer das schönste, höchste und beste Feuer auf der Insel hat. Da legt sich natürlich jeder Sylter ins Zeug und gibt alles für sein Dorf. Selbst vor heimtückischen Sabotageakten schrecken die Biike-Konkurrenten nicht zurück und versuchen, die Holzscheite der Rivalen schon vor dem offiziellen Biikebrennen anzuzünden. Ist das nicht gemein? Brennt ein Feuer schon vor dem offiziellen Termin ist das eine große Blamage, die keiner erleben möchte! Deshalb versammeln sich die Jugendlichen der Gemeinden in der Nacht vor dem Fest auf dem Feuerplatz und bewachen ihre Biike, um sie vor fiesen Brandanschlägen zu bewahren und um zu verhindern, dass von den Nachbarn Holz gestohlen wird.

Wo kommt das Biikebrennen her?

Biikefeuer Darüber, wie die Tradition des Biikebrennens entstanden ist, gibt es viele Legenden: Biike ist ein altes friesisches Wort, das sich als „Feuerzeichen“ übersetzen lässt und auf einen alten heidnischen Fruchtbarkeitskult zurückgeht. Die Bauern in Friesland glaubten im Mittelalter, dass durch das Feuer böse Geister vertrieben würden. Außerdem hofften sie auf eine gute Ernte und eine glückliche Heimkehr der Seefahrer, indem sie den Göttervater Wotan mit dem Opferfeuer milde zu stimmen versuchten.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden mit den Biikefeuern friesische Walfänger, die Ende Februar mit ihren Schiffen zu einer monatelangen, abenteuerlichen und gefährlichen Reise auf hoher See aufbrachen, verabschiedet. Die Frauen der Seefahrer entzündeten damals die Feuer entlang der Küste um ihren Männer sicheres Geleit aufs offene Meer hinaus zu geben.

Wo immer auch das Biikebrennen herkommt, heute ist es für uns jedes Jahr ein Riesenspaß – und sowohl unsere großen als auch unsere kleinen Gäste lieben das Spektakel bei uns im Dorf. Traditionell wird nach dem Biikebrennen übrigens deftiger Grünkohl mit Kartoffeln, Kochwurst, Kassler und Bauchfleisch aufgetischt. Klingt das nicht superlecker?

Na, habe ich euch ein wenig neugierig aufs Biikebrennen gemacht? Wenn ja, besucht uns doch gerne im Februar auf Sylt und wärmt euch mit uns gemeinsam am Biikefeuer auf. Noch haben wir ein paar letzte Zimmer frei. Wir freuen uns auf euch!

RESI aus dem Dorfhotel Sylt

RESI aus dem Dorfhotel Sylt

Ich bin die Sylt-RESI und meine Welt sind das Meer, der Wind und die Wellen! Im Sommer stehe ich am liebsten auf dem Surfbrett und genieße den Wind um die Ohren. Mein Zuhause – das Dorfhotel Sylt – liegt zum Glück nur einen Katzensprung vom Strand entfernt. Jeden Morgen besuche ich die kleinen Gäste beim Frühstück und sorge dafür, dass sie nicht nur Würstchen essen sondern auch mal einen Apfel! Denn auf Sylt braucht man viel Energie für den Tag, um bei all der Action auf der Insel nicht schlapp zu machen! Hier im Blog möchte ich euch auf dem Laufenden halten über das, was bei uns so los ist.
RESI aus dem Dorfhotel Sylt
RESI aus dem Dorfhotel Sylt

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