Schick doch mal ’ne Flaschenpost!

Flaschenpost am Strand

H abt ihr schon mal eine Flaschenpost gefunden? Wer schon einmal der glückliche Finder der weit gereisten Nachricht war, kennt das Gefühl der Aufregung: Was mag wohl darin stecken? Wer hat die Flaschenpost abgeschickt und wie lange mag sie wohl im Meer getrieben sein? Auf ein paar dieser Fragen haben wir eine Antwort: Lest hier alles über die kuriosesten Flaschenpost-Rekorde, Geschichten über die Meeresbotschaft und natürlich auch, wie ihr selbst eine Flaschenpost herstellen könnt!

Notruf per Flaschenpost: SOS, Schiffbruch!

Ursprünglich galt die Flaschenpost als Notsignal Schiffbrüchiger, die einen Hilferuf in die Flasche steckten und hofften, sie würde bald an Land in die Hände eines hilfsbereiten Menschen gespült werden, der die Nachricht an die lokalen Behörden weiterleiten und eine Rettung veranlassen würde. Solche, die vom Schiffbruch verschont blieben, schickten die Flaschenpost auf langen Reisen über das Meer an ihre daheimgebliebenen Familien und steckten sogar Geld für Porto mit in die Flasche, damit die Nachricht an Land sicher an die Adressaten gesendet würde.

Spannend: Später wurde bei Polarexpeditionen in der Arktis die Flaschenpost als Methode genutzt, um die Richtungen von Meeresströmungen zu erforschen. Dazu waren auf dem Zettel in der Flasche die genauen Koordinaten des Absendeorts erfasst mit der Bitte an den Empfänger, ebenfalls den genauen Standort des Fundes aufzuzeichnen.

Kuriose Flaschenpost-Rekorde

Als die Versender dieser Flaschenposten ihre Nachrichten abschickten, haben sie bestimmt nicht daran gedacht, damit einmal einen Rekord aufzustellen:

  • Die erste Flaschenpost überhaupt wurde 1864 ab Kap Horn von Georg Neumayer losgeschickt. Heute kann man sie beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg sehen.
  • Im März 2014 fand Fischer Konrad Fischer die bislang älteste Flaschenpost in der Kieler Förde: Die Postkarte aus dem Jahre 1913 war sogar mit Briefmarken aus dem Deutschen Kaiserreich beklebt und fand nach 101 Jahren Meeresreise zur Enkelin des Absenders zurück.
  • Die kleinste versandfähige Flaschenpost der Welt ist gerade einmal 95mm hoch und hat einen Durchmesser von 25mm und erhielt so 2001 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Geschichten aus dem Meer

Strandkörbe am Meer Sylt

Heutzutage versenden viele Menschen eine Flaschenpost aus Neugierde oder in der Hoffnung, schon bald mit einem ausländischen Finder in Kontakt zu treten. Manche nutzen diese Art der Botschaft aber auch mit dem Ziel, sich selbst zu befreien: Von Sorgen und Ängsten, die sie zu Papier gebracht und fest verschlossen in die Weiten des Meers geworfen haben. Einer, der den vielfältigen Flaschenpost-Geschichten auf die Spur geht, ist Autor Oliver Lück. Der 42-jährige Journalist ist immer wieder mit seinem alten VW-Bus an die verschiedensten Orte am Meer gefahren und hat auf seiner Reise Menschen kennengelernt, die bereits hunderte Flaschenposten gefunden und aufbewahrt haben. Die Absender der Flaschen hat er angeschrieben – die spannenden Geschichten, die dabei herausgekommen sind, kann man in seinem Buch „Flaschenpostgeschichten“ nachlesen.

 

„Flaschenpostgeschichten“

Von Menschen, ihren Briefen und der Ostsee

von Oliver Lück

Taschenbuch; erschienen am 26. März 2016

Rowohlt Verlag, 240 Seiten, 9,99 €

 

Die Faszination der Flaschenpost

Doch was genau fasziniert uns so an den kleinen Schätzen aus dem Meer? Ihnen wohnt ein Zauber inne, der in Erwachsenen wie Kindern die Abenteuerlust weckt. Die Unvorhersehbarkeit der Flaschenpost – nicht zu wissen, ob, wann oder wo sie ankommt – und das Warten auf eine mögliche Antwort von jemandem aus einem anderen Land macht sie zu einer Nachricht der besonderen Art. In Zeiten, in denen E-Mails, SMS und Chat-Messages in Sekundenbruchteilen versandt und empfangen werden können, gibt der Versender einer Flaschenpost ein wenig von dem Druck und der Verantwortung des ununterbrochenen Erreichbar-Seins ab. Und für die Kleinen ist es eine riesige Freude, die selbst geschriebene oder gemalte Nachricht in eine Flasche zu stecken und eigenhändig ins Meer zu werfen.

Sonne über dem Wasser

So schickt ihr eure eigene Flasche auf die Reise

Zeit, nun selbst mal so eine Flaschenpost zu basteln und sie ins Meer oder zumindest in den nächstgelegenen Fluss zu werfen. In unserem DORFHOTEL in Boltenhagen an der Ostsee finden Urlaubsgäste dafür die perfekten Voraussetzungen: Da die Ostsee ein geschlossenes Randmeer ist, kommen fast alle gesendeten Botschaften auch irgendwo an. Damit eure Flaschenpost unterwegs nicht kaputt geht, haben wir ein paar Tipps und Tricks für euch: Glasflaschen können zwar zu Bruch gehen, aber sehen schöner aus! Nehmt eine möglichst dickwandige Glasflasche, je kleiner, desto weiter und schneller schwimmt sie. Ein breiter Flaschenhals hilft euch, die Botschaft hineinzustecken. Außerdem sind Flaschen aus Glas viel umweltfreundlicher als Plastikflaschen, die bereits zur Genüge als Abfall im Meer umhertreiben und sich nicht selten in kleine Plastikstückchen zersetzen, die von Meerestieren versehentlich gefressen werden könnten – und das wollen wir natürlich nicht!

Ab die (Flaschen)Post!

Schreibt oder malt, was immer ihr wollt, auf Briefpapier oder eine Postkarte, die ihr nachher zusammenrollt. Wer gern eine Antwort per Post auf seine Flaschenpost haben möchte, kann z.B. noch Briefmarken mitsenden. Nicht vergessen: Die eigene Adresse sollte ebenfalls beigefügt werden! Damit die Schrift auf dem Papier auf der Reise durch das Meer nicht so schnell ausbleicht, schreibt eure Nachricht am besten mit einem Bleistift anstatt mit dem Kugelschreiber. Ist die Flasche nun mit den wichtigsten Informationen befüllt, kann es losgehen: Deckel fest zuschrauben und ab damit ins Meer!

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Versenden eurer Flaschenpost und wer weiß: Vielleicht finden wir ja mal selbst eine…

RESI aus dem Dorfhotel Boltenhagen

RESI aus dem Dorfhotel Boltenhagen

Als echter Insider aus dem Dorfhotel Boltenhagen habe ich, die Boltenhagen-RESI, viele aufregende Geschichten zu erzählen. Am liebsten verbringe ich meine Zeit mit den Kindern, z.B. beim Sandburgen bauen an unserem hauseigenen Strand. Außerdem bin ich ein kleines Schleckermaul und kann von leckerem Essen einfach nicht genug bekommen. Deshalb gibt es auch jeden Tag eines meiner Leibgerichte in unserem Restaurant, und das könnt ihr auch bestellen! Ich freue mich darauf, hier im Blog meine Erlebnisse mit euch zu teilen!
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